„Es gibt ein Wachsen und Werden inmitten eines Zustandes, der nach Ende aussieht“

Cicely Saunders

Wir möchten eine Kultur der Gesprächsbereitschaft und des konkreten Handelns gestalten, um den respektvollen Umgang mit Menschen am Lebensende immer mehr als Selbstverständlichkeit in die Gesellschaft zu tragen.
Wir möchten eine aufmerksame Kultur entwickeln, wo die klare Option für Menschen am Lebensende und deren Angehörige da ist und hospizliches Tun und Lassen nicht der Zufälligkeit unterliegt, sondern sie entschieden, vorausschauend und verbindlich – so wie gewünscht - Unterstützung und Beistand in ihrer Lebenssituation erhalten.

Es macht schutzbedürftige Menschen so verletzlich, dass sie glauben, sie wären eine Last für die anderen. Die Antwort ist eine bessere Betreuung der Sterbenden, um sie zu überzeugen, dass sie immer noch ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft sind.“

Cicely Saunders

Wir sehen die Chancen und Möglichkeiten der letzten Tage und deren tiefe Bedeutung für alle Betroffenen.

Es geht immer um Lebensqualität, das was dem Leben zum Leben verhilft. Besonders in den letzten Monaten, Wochen, Tagen, Stunden … Leben bis zuletzt.

Es ist wichtig für das Selbstverständnis einer Gemeinschaft, dass das Leben bis zuletzt respektvoll angeschaut und behandelt wird. Ein Lernen von Generation zu Generation. Ein humanistisches Erbe.

 

Wir verpflichten uns, dass wir nichts tun, was das Leben absichtlich verkürzt oder verlängert.

Hospizkoordination

Im Mittelpunkt unserer Arbeit sehen und achten wir die Bedürfnisse, Nöte und auch Wünsche schwer erkrankter Menschen und deren An- und Zugehörigen – in der letzten Lebensphase und in Zeiten der Trauer.
Wir beraten und informieren telefonisch, gern auch persönlich bei vor Ort-Besuchen im häuslichen Umfeld, in Einrichtungen der stationären Alten- und Eingliederungshilfe und im Krankenhaus.

Auf Wunsch vermitteln wir regelmäßige Besuche von ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und –begleitern. Im Rahmen unserer Hospiz-Grundkurs-Ausbildung werden die ehrenamtlich Tätigen unseres Hospiz-Vereins sorgfältig auf die Einsätze in der hospizlichen Begleitung vorbereitet. Regelmäßige Fortbildungen und Supervisionsangebote tragen weiter dazu bei, den besonderen Anspruch dieser ehrenamtlichen Aufgabe wach zu halten und zu reflektieren.

Desweiteren ist es uns wichtig, die regionale Vernetzung von palliativen Diensten, Hausärzten und weiteren Personen, die eingebunden sind, zu gestalten. So ist ein gutes Miteinander möglich, damit in der letzten Lebensphase eine qualitativ-gute und angemessene Unterstützung gelingen kann.

Das Anliegen, dass die hospizliche Arbeit in der Region weiter bekannt und verankert wird, ist nach wie vor ein wichtiger Aspekt unserer umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit.

Wir wünschen uns, dass das Tun und Wirken der Hospizarbeit sich immer mehr verbreitet als selbstverständliches Angebot für alle Menschen am Lebensende und deren An- und Zugehörigen. Denn es macht einen bedeutsamen Unterschied für alle Betroffenen, ob sie allein oder in zugewandter und freundlich fachlicher Unterstützung diese Zeit erleben.

Ein regelmäßiges und offenes Angebot ist auch, interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger zu Patienten-, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmachten zu beraten. Eine Handreichung zur Patientenverfügung, die hier vor Ort entwickelt wurde, kann erworben und genutzt werden.

Es ist für jeden Versicherten in Deutschland als Krankenkassenleistung gesetzlich verankert, dass es für ihn einen rechtlichen Anspruch auf gute, fachlich qualifizierte palliative und hospizliche Betreuung und Begleitung gibt.
Konkret werden hierbei die Arbeitsplätze der Hospizkoordinatorinnen gefördert.

Alle Beratungsleistungen und Begleitangebote sind somit für jeden kostenlos.

Hospizliche Begleitung

Wenn Sie Fragen haben oder eine Begleitung wünschen, vereinbaren die Koordinatorinnen zeitnah mit Ihnen einen Termin vor Ort. Wir hören, was Ihre Anliegen sind, informieren über die Arbeit des Hospizdienstes und beraten zu den palliativen Netzwerken in der Region. Gemeinsam klären wir, was sie möchten und wie wir unterstützen können.

Wünschen Sie sich konkret eine hospizliche Begleitung?

Dann vermitteln wir einen Kontakt mit einer ehrenamtlicher Begleiterin oder einem Begleiter und initiieren das erste gemeinsame Kennlerntreffen.

In dem Ehrenamtskreis sind unterschiedliche Menschen mit Lebenserfahrung, die durch einen Hospiz-Grundkurs für die Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen und deren Angehörigen befähigt wurden. Dazu kommt ein regelmäßiger Austausch, Supervision und Fortbildungen zur weiteren Qualifizierung.

Auf Wunsch vermitteln wir auch weitere Kontakte in der Region oder darüber hinaus:

Palliativer Konsiliardienst Nord-Münsterland

Ambulante Pflegedienste

Schmerztherapeuten

Seelsorgern

Psychotherapeuten

Haushaltshilfen

Palliativstationen

Stationären Hospizen

Die Einhaltung der Schweigepflicht ist für uns verpflichtend.

Neben der Begleitung von Schwerkranken und deren Angehörigen verstehen wir es auch als unsere Aufgabe, beratend zur Seite zu stehen. Wir informieren zu hospizlicher Arbeit, zu Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten und zu Möglichkeiten palliativer Versorgung.

Des weiteren bieten wir Informationsveranstaltungen für Vereine, Gemeinden und Schulklassen an.

Historie

Der Hospiz-Verein Region Lengerich e. V. wurde 1996 gegründet und ist seitdem als ambulanter Hospizdienst in der Region tätig. Im Mittelpunkt stehen Menschen am Lebensende und deren Angehörige. Sie werden beraten, unterstützt und begleitet – für sie sind wir da. Ein großer Kreis von ehrenamtlichen Hospizbegleitern und zwei hauptamtlichen Koordinatorinnen sind hier miteingebunden und tätig.

Die Begleitungen erfolgen entweder bei den Betreffenden zuhause, im Krankenhaus, in der stationären Altenhilfe oder in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Je nachdem, wie und wo sich die Begleitung ergibt und gewünscht wird.

Auch Menschen, die sich in Trauer befinden, werden begleitet und unterstützt.

Der Hospiz-Verein konnte vor einigen Jahren ein eigenes Vereinshaus in Bezug nehmen. Das „Haus Jona am Berg“ wurde 2005 als ehemalige Friedhofskapelle und Leichenhaus auf dem LWL-Gelände Lengerich für 30 Jahre übernommen und mit vereinseigenen Geldern (zum größten Teil Spendengeldern) kernsaniert.  Somit entwickelte sich das historische Gemäuer zu einem Ort, wo Menschen sich treffen und dort Beratung, Austausch und Bildung für hospizliche  Anliegen und Themen finden.

Gleichzeitig ist es auch eine Adresse, wo es regelmäßige Treffen mit verschiedenen hospizlichen Netzwerken und auch anderen Selbsthilfe-Initiativen gibt. „Haus Jona am Berg“ ist zu einem Herzstück für den Hospiz-Verein und die hospizliche Arbeit in der Region geworden.